Frühjahrsnachschau Anfang März

Zur Saalweidenblüte beginnt die Frühjahrsdurchsicht. Man kontrolliert zunächst, ob die Völker es durch den Winter geschafft haben, hier ist der Bienenflug ein sicheres Zeichen. Es genügt, das Flugloch zu beobachten. Fliegen die Bienen ein und aus und v.a. tragen sie Pollen ein. Bei Bienenflug ohne Polleneintrag könnte es sich auch um ein totes Volk handeln, das um sein restliches Winterfutter erleichtert wird. Polleneintrag jedoch ist ein sicheres Zeichen, dass Brut im Volk ist.

Eine Futterkontrolle ist angesagt. Dazu wiege ich die Beuten vorne und hinten mit einer Kofferwaage und addiere die beiden Ergebnisse. Jetzt ziehe ich davon das Nettogewicht meiner Beute mit Boden, Leerwaben und Deckel ab und habe so einen einigermaßen guten Wert für das noch vorhandene Futter. Für mein kleines Winterbienenvolk kann ich ca. 500- 600g an Gewicht abziehen, das dürfte im Februar realistisch sein.

Frühjahrskontrolle Mitte März

Bei sonnigem Wetter und milden Temperaturen von +15°C kann ich zum ersten Mal im Jahr ins Volk schauen und mir einen kleinen Überblick verschaffen. Wie ist die Volksstärke, mindestens fünf belegte Waben / drei belegte Gassen wären ideal. Wie ist der Futtervorrat? Anfang März benötigt das Volk noch mindestens acht Kilo Futter, vier volle Waben, Mitte März sechs Kilo, drei volle Waben. Wenn möglich enge ich alle Völker auf einen Brutraum ein, achte aber auf genügend Futter. starke Völker lasse ich noch auf zwei Bruträumen sitzen.

Das Flugloch wird komplett geöffnet.

Blühbeginn der Weide notieren, drei Wochen später explodiert das Volk regelrecht, dann muss ich erweitern!

Honigraume aufsetzen

Drei Wochen nach Beginn der Weidenblüte steht die erste große Arbeit in der Imkerei an, die Honigräume müssen jetzt aufgesetzt werden. Zuhause werden die Honigräume vorbereitet. Kauft man seine Mittelwände, kommen drei ausgebaute unbebrühtete Waben aus dem Vorjahr in die Mitte und rechts und links Mittelwände. Hat man einen eigenen Wachskreislauf mit Naturwabenbau, so kommt eine ausgebaute Wabe in die Mitte, daneben ein Rähmchen mit Anfangsstreifen, dann eine eigene Mittelwand und wieder eine ausgebaute Wabe. Ich markiere die Rähmchen mit dem Anfangsstreifen, dies ist mein Naturwabenbau, er dient der Wachsgewinnung. Ich werde im folgenden Winter zusammen mit dem Verdeckelungswachs und dem Drohnenbau daraus neuen Mittelwänden gießen.

Honigraum aufsetzen bei einem Brutraum

Wenn mit einem Brutraum im Zanderformat geimkert wird, muss das Volk spätestens im April zu Beginn der Kirschblüte auf einen Brutraum eingeengt werden. Dazu werden alle Waben mit Brut mittig in den Brutraum gehängt und links und rechts außen kommen je eine Futterwabe und auf einer Seite der Baurahmen auf Position zwei. Alle Waben des Brutraums werden mit Reißnägeln gekennzeichnet. Sind noch Waben mit Brut über, werden nach Möglichkeit die Waben mit der ältesten Brut in den ersten Honigraum über das Absperrgitter gehängt und ebenfalls markiert. Die Königin muss im Brutraum bleiben. Der Honigraum wird entweder mit ausgebauten und unbebrüteten Waben vom Vorjahr, mit Mittelwänden und oder mit Rähmchen mit Anfangsstreifen abwechselnd bestückt.

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